Ausflug zum Fischhaus in Ditzum

Ausflug zum Fischhaus in Ditzum

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Fisch (c)Famifranquoi Pixapay.com

Ostfriesland – Moin. Mein Name ist Horst Meuer und ich bin Tourist. Um genau zu sein, kommen meine Frau und ich inzwischen seit über 20 Jahren jedes Jahr bis zu dreimal für ein bis drei Wochen nach Ostfriesland.

Wir haben mitten im Herzen dieses Landstriches einen Wohnwagen, der als Zweitwohnsitz dient.
Eine Tatsache, die mich in den Augen dieses Blogbetreibers qualifiziert, neuen Touristen ein paar Tipps zu geben, wo man vor allem kulinarisch auf seine Kosten kommt.

Dazu sei angemerkt: Ich bin ein Freund der gutbürgerlichen Küche und brauche im Schnitt einmal im Monat meine Mantaplatte. Wer also Tipps für gehobene Gastronomie sucht, ist hier falsch.

Ich werde viel von Fisch berichten. Nach Ostfriesland fährt man nicht, um Leberknödel zu essen (obwohl es die hier durchaus gibt).

Zum Einstand eine kleine Geschichte aus 2017

Eins der ersten Ziele der letzten Jahrzehnte war immer der Emspark vor den Toren Leers.
Das war ein Konsumtempel mit Boutiquen, Cafés, Männerspielzeug und vor allem Essbarem.
Letztes Jahr war es plötzlich anders: Den Emspark gibt es nicht mehr. Wir standen vor verschlossenen Türen und fuhren ernüchtert zurück zum Campingplatz, wo wir das Erlebnis unserer Nachbarin aus Emden berichteten.
„Wart ihr schon mal bei Bruns?“
„Nein, wer ist das?“
„Das Fischhaus in Ditzum.“

Kannten wir nicht. Und damit es beim geneigten Leser nicht auch Jahre dauert, hier mein Bericht:
Wohnt man in erreichbarer Nähe zur Ems, sollte man einen Fahrradausflug ins Auge fassen, vorausgesetzt, das Wetter gibt es her.

Man fährt an der Ems entlang, von der man freilich außer einem Deich nichts zu sehen bekommt. Kommt man aus Leer, fährt man nach Norden, Richtung Emden; kommt man aus Emden geht’s nach Süden, Richtung Leer. Im ersten Fall kommt man in Gandersum an dem legendären Emssperrwerk vorbei, das ebenfalls eine Besichtigung wert ist.

In beiden Fällen aber kommt man nach Petkum, wo ein Wegweiser den Weg zur Emsfähre anzeigt, die einen nach Ditzum auf der Westseite der Ems übersetzt. Es geht durch die engen Gässchen Petkums bis zum Fährhafen.

Hier verkehrt halb stündlich, mit Ausnahme der Mittagspause, eine Fähre, mit der man für schmales Geld übersetzen kann (zwei Euro für eine Person, Fahrrad oder Auto kosten extra). Autos passen nur zwei auf das Deck. Man kann aber am Fährhafen gratis parken.
Nach einer Viertelstunde Fahrt, erreicht man den Fischereihafen von Ditzum.

Links Krabbenkutter, rechts ein Dock, wo eigentlich immer Schiffe liegen, die gewartet werden. Direkt daneben steht das Ditzumer Fischhaus.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass dieser Ausflugstipp – zumindest was das Restaurant angeht – nichts für Gehbehinderte oder gar Rolli-Fahrer ist. Behindertengerecht geht anders.
Das ist bedauerlich, aber wohl nicht böse gemeint, sondern der Architektur geschuldet.
Das Lokal ist nämlich im ersten Stock angesiedelt und man erreicht es nur durch eine der beiden Außentreppen, die links und rechts am Gebäude hoch führen.

Oben erwartet einen eine Frischetheke mit Fisch. Vom Schollenfilet über Aal bis zu frischem Granat. Direkt daneben die „Essensausgabe“.

Hier bestellt man eins der Tagesmenüs, bekommt einen Summer und kann sich seinen Tisch aussuchen. Im Sommer gibt es Tische auf einem Balkon, der das obere Ende der rechten Außentreppe markiert.

Drinnen lohnen sich Fensterplätze mit Sicht auf das Dock, wo man an Wochentagen den Arbeitern beim Teeren von Bootsrümpfen zuschauen kann.

Die Gerichte sind absolut frisch und für moderate Preise äußerst üppig. Durchschnittliche Esser dürften am Ende kämpfen. Ich hatte Scholle mit Bratkartoffeln und gemischtem Salat und dazu ein alkoholfreies Weizen. Dann noch ein Liter Granat zum abendlichen Selberpulen mitgenommen und wieder zur Fähre zurück nach Petkum.

Und wenn ihr mögt, geht es demnächst weiter mit etwas „Abgehobenen“…
Euer Horst

Link zum Fischhaus Ditzum

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