Ein paar Gedanken zum Thema „Currywurst“.

Die edelste Aufgabe dieses Magazins besteht ja darin, Ostfrieslandtouristen dieses wundervolle Fleckchen Erde näherzubringen und bei der Erschließung zu helfen.
Das heißt, wir richten uns in erster Linie an Nichtfriesen. Ich selber bin „Nordrhein-Vandale“, wie man hierzulande gern verballhornt. Und als solcher bin ich mit der Currywurst „Berliner Art“ aufgewachsen. Diese besteht aus einer Rostbratwurst mit Gewürzketchup und Currypulver. Eben so, wie man sie am Ende fast jeden Kölner Tatorts zu sehen bekommt.

Die Currywurst „Nordische Art“ hingegen, wie man sie an fast allen Imbissständen Ostfrieslands bekommt, besteht aus einer Brühwurst, die am ehesten an ein überdimensionales Hot-Dog Würstchen erinnert; also das, was man bei uns Bockwurst nennt. Die Konsistenz erinnert an Fleischwurst. Die wird auch nicht gegrillt sondern auf einer Fettpfanne erhitzt oder, was noch schlimmer ist, frittiert. Zum Ausgleich ist sie im Regelfall deutlich größer, als unsere Rostbratwurst.
Es soll genügend Menschen geben, die das mögen. Die brauchen jetzt nicht weiter lesen. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.
Puristen, die wie ich auf Rostbratwurst bestehen, sollten zum Fischwagen gehen und Kibbeling mit Joppie-Sauce genießen. Das gibt es bei uns in NRW genau so selten, wie unsere Currywurst hierzulande.

Warum schreibe ich das alles?
Weil ich fündig geworden bin!

Allen Berlinern, Nordrhein-Westfalen und anderen, die ab und an Currywurst brauchen für ihre mentale Stabilität, habe ich einen Tipp, der zwar entgegen meiner sonstigen Ausführungen nichts mit „Erlebnisgastronomie“ zu tun hat, aber für alle Meinesgleichen überlebenswichtig ist:

An der B72 in nördlicher Richtung kurz hinter dem Ortseingangsschild Aurich findet man einen großen EDEKA Markt. (E-Center Coordes)
Direkt davor, zwischen dem Markt und dem Parkplatz steht eine Bude. „Kanzler’s Imbiss“ – hier fühlt sich der Nichtfriese wie zu Hause. Die Spezialitäten des Hauses sind die Thüringer und die Krakauer, aber SIE gibt es auch: Unsere Currywurst „Berliner Art“!

Zum Abschluss noch was Versöhnliches:

Bisher war nur von der halben „Manta-Platte“ die Rede. Zur Vervollständigung sei gesagt, dass die nordischen Pommes Frites fast durchgehend besser sind, als die Standard-Pommes in NRW und anderswo. Ich führe das auf die Nähe und den Einfluss der Niederlande zurück. Die haben das von den Belgiern gelernt und sind Meister, was das angeht. Dieses Können ist nach Ostfriesland übergeschwappt. Wer also nur mal „’ne Pommes“ ohne Wurst genießen möchte, kann das fast überall in Ostfriesland erstklassig tun – übrigens natürlich auch und besonders zum Kibbeling am Fischwagen.

Schreibe einen Kommentar